Die Blauen Steine

Die Blauen Steine

Die Blauen Steine

Mitte des 14. Jhd. herrschte in Prag Kaiser Karl der IV., auch bekannt als König Wenzel. Zu ihm kommt ein Jüngling, der die Gabe des "Sehens" hat. Er hatte schon vorher die Pest in Böhmen und die Krönung Wenzels zum König vorausgesagt. Dieser junge Mann soll dem Kaiser gesagt haben, dass Deutschland ein großer Trümmerhaufen werden wird und nur die Gebiete der "Blauen Steine" verschont bleiben. Mit den "Blauen Steinen" meinte er sehr wahrscheinlich Nordböhmen und die Oberlausitz bzw. das heutige "Zittauer Gebirge".

Eine sehr schöne Legende. Sagt sie doch, dass man sich in der Oberlausitz sicher fühlen kann. Das beschreibt uns viel besser, als die Bezeichnung "Granitschädel".

Hier nochmal der Text nebenstehenden Gedichts orginal und in Übersetzung:

De bloon Steene

De Arde woackelt ba uns ne‘,

belihrt miech de Irene.

Und Kriege kumm ne‘ bis zu uns,

doaas machn de bloon Steene.

 

Wenn uff dr grußn weitn Walt

is Wasser Schoadn machte,

wenn‘s ieberoale goaßt und dreescht,

do raajnt’s ba uns ganz sachte.

 

Schmeßt goar a Sturm de Beeme im

Und knickt se wie de Stiftl,

bläst ieber unsn bloon Steen

oack a gelindes Liftl!

 

Wie’ch naajchtn ausn Kraatschn koam,

soit’ch: „Zank oack ne, Irene,

iech bie a Äberlausitzer und

bloo wie unse Steene!“

 

Die blauen Steine

Die Erde wackelt bei uns nicht,

belehrt mich die Irene.

Und Kriege kommen nicht bis zu uns,

das machen die blauen Steine.

 

Wenn auf der großen weiten Welt

Das Wasser Schaden machte,

wenn‘s überall gießt und drischt,

da regnet‘s bei uns ganz sachte.

 

Schmeißt gar ein Sturm die Bäume um

und knickt sie wie die Stiftchen,

bläst über unseren blauen Steinen

nur ein gelindes Lüftchen.

 

Wie ich nachts aus dem Kretscham kam,

sagt ich: „Zank nur nicht, Irene,

ich bin ein Oberlausitzer und

blau wie unsere Steine!“