Steinheilkunde

Steinheilkunde

Analytische Steinheilkunde (nach Michael Gienger, Walter v. Holst u. a.)

Dank der modernen Forschungen seit Ende der 1980er Jahre ist inzwischen bekannt, welche Informationen aus den Steinen zu heilkundlichen Wirkungen bei Menschen, Tieren und Pflanzen führen. Maßgebliche Faktoren sind dabei Farbe, Substanz, Struktur und Entstehung eines Steins.

Die Farbe eines Steins wirkt als Stimulans sowohl für Organe und Körperfunktionen, als auch für seelische Prozesse. In den beobachteten Heilwirkungen der Steine finden sich exakt die Zusammenhänge wieder, die in der chinesischen Medizin seit Jahrtausenden beobachtet wurden.

Die Substanz eines Steins findet ihren Widerhall in den Mineralstoffen des Körpers. Viele Elemente besitzen im Organismus lebensnotwendige Funktionen. Steine, die solche Mineralstoffe enthalten, stimulieren die entsprechenden Vorgänge im Körper. Umgekehrt lösen Steine, die Giftstoffe enthalten, im Organismus Entgiftungsprozesse aus. In beiden Fällen werden darüber hinaus auch entsprechende seelisch-geistige Reaktionen bewirkt.

Die Struktur eines Steins gibt vor, bei wem ein bestimmter Heilstein überhaupt wirksam werden kann. Den acht Kristallstrukturen entsprechen acht "Charaktertypen" des Menschen. In Heilungsprozessen hat sich gezeigt, dass entscheidende Durchbrüche in der Genesung oder die Lösung schwerwiegender seelischer Konflikte am besten mit jenen Heilsteinen unterstützt werden kann, die dem Typus des betreffenden Menschen entsprechen. Auf dieser Ebene zeigt sich ganz klar das aus der Homöopathie bekannte Prinzip "Ähnliches heilt Ähnliches".

Die Entstehung eines Steins findet ihre Resonanz schließlich in der Lebenssituation des Menschen. Magmatisch gebildete Steine unterstützen uns insbesondere bei allen Neuanfängen, Sedimente dagegen im Prozess der ständigen Weiterentwicklung und metamorphe Mineralien in Umbrüchen, Lebenskrisen und bei der Bewältigung von Verlusten.

Die Heilwirkungen von Steinen begründen sich stets im Zusammenspiel dieser vier Faktoren. Die "Analytische Steinheilkunde" ermittelt die passenden Heilsteine daher auch konsequent durch das analoge Vergleichen und Erarbeiten aller vier Entsprechungen. Auf diese Weise ausgewählte Heilsteine zeigen eine überdurchschnittliche Erfolgsquote, was die Richtigkeit dieser vier Entsprechungen bestätigt.

Die Lehre über Heilsteine und ihre Wirkung ist über 6000 Jahre alt. Edelsteine sind schon im alten Indien angewandt worden. Ein Überblick zur Steinkunde und ihren wichtigsten Lehren.

Edelsteine & Ayurveda

Die Geschichte der Edelsteine beginnt bereits vor weit über 6000 Jahren. Sowohl bei den Sumerern, als auch im alten Indien finden sich zu dieser Zeit erste Hinweise auf das Heilen mit Steinen. Im alten Indien entstand eine Naturheilkunde namens Ayurveda, was so viel bedeutet wie das Wissen vom Leben (im Sanskrit heißt Leben=ayus und Wissen=veda). Die ersten überlieferten Berichte dieser Naturheilkunst sind in den veden, eine Sammlung hinduistischer Texte, zu finden. Darin sind präzise Anweisungen aufgezeichnet, wie man Edelsteine zur Heilung von Krankheiten einsetzt. Es finden sich darin sowohl Hinweise zur Verarbeitung von Edelsteinen zu Pulvern, Salben und Elixieren, als auch Anleitungen zum Auflegen farbiger Heilsteine auf kranke Körperstellen von Patienten. Diese alten Überlieferungen sind auch jetzt noch lebendig, da Ayurveda innerhalb der medizinischen Ausbildung an indischen Universitäten noch heute gelehrt wird.

Heilsteine & TCM

Auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gehört das Heilen mit Steinen zum medizinischen Wissen. Im ersten Medizinbuch Chinas namens Shennong ben cao jing finden sich Beschreibungen zur Steinheilkunde. Das Entstehungsdatum des Buches ist umstritten. Angeblich wurde es vom Kaiser Shen Nung, bereits um 2800 v. Chr. zu Lebzeiten selbst verfasst. Einige Forscher gehen von einem Enstehungsdatum um 300 v. Chr. aus. Sicher ist jedoch, dass auch hier Hinweise zum Heilen mit Steinen vorkommen. Es werden Edelsteine erwähnt, welche in bestimmter Weise auf den menschlichen Organismus wirken.  Genau wie in der Ayurveda-Lehre ist dieses Wissen noch heute in der traditionellen chinesischen Medizin lebendig.

Steinheilkunde & Das alte Ägypten

Fährt man in den Urlaub nach Ägypten, ist das häufigste Mitbringsel ein besonders geformter Stein, ein Skarabäus. Dies war im alten Ägypten ein Glücksbringer, ein Stein in Form eines Käfers, der als Amulett getragen wurde. Der Skarabäus galt als Sinnbild für das Leben und die Sonne. Astrologie war für die Ägypter von großer Bedeutung. Sie hatten ihre eigenen Sternzeichen, die durch Edelsteine symbolisiert wurden. Auch das Leben im Jenseits wurde von Heilsteinen begleite, weshalb der Skarabäus auch als Grabbeilage bei den Toten gefunden wurde, um sie gegen Dämonen zu schützen. Er wurde zumeist aus Steatit (auch Speckstein genannt), Amethyst oder Granat hergestellt. Das Tragen von Edelsteinen als Talisman ist in vielen alten Kulturen überliefert. Meist sollte der Schmuckstein dem Träger Glück bringen. Wie in Ägypten gibt es diese Form des Umgangs mit Edelsteinen als Übermittler positiver Energie in fast allen Kulturen dieser Erde.

Steinheilkunde in Antike und Mittelalter

Auch in Europa fand die Anwendung von Edelsteinen in der Steinheilkunde bereits früh Erwähnung. Aristoteles befasste sich in seinen Schriften nicht nur mit der Philosophie, sondern vor allem auch mit naturwissenschaftlichen Themen. Da in der antiken Medizin die Steinheilkunde als ein Mittel zur Bekämpfung von Krankheiten genutzt wurde, berichtete auch Aristoteles von der Wirkung der Heilsteine in seinen Schriften. Das übermittelte Wissen der Antike wurde im Mittelalter durch mehrere herausragende Persönlichkeiten wieder belebt. Um nur ein paar davon zu nennen: Plinius der Ältere, Albertus Magnus, Isidor von Sevilla, Konrad von Megenberg und ganz besonders die Steinheilkunde von Hildegard von Bingen.

Die Steinheilkunde fand im Mittelalter eine besondere Anerkennung. Bücher über Heilsteine, wie das Lapidarium des Marbods von Rennes, eines Benediktinermönchs aus dem 11. Jahrhundert, hatten hohe Verkaufszahlen und beeinflussten andere bekannte Gelehrten im Bereich der Steinheilkunde, wie Henrik Harpestreng (11.Jhd) aus Dänemark oder den Isländer Haukr Erlendson (14.Jhd). Das Lapidarium beschrieb Edelsteine in Versen und bezog sich auch hier wiederum auf das überlieferte Wissen alter Gelehrter, wie dem bekannten Werk Naturalis Historia XXXVII, von Plinius d.Ä. von 79 n. Chr., das als erstes großes Edelsteinlexikon gilt. Und auch darin finden sich Berichte über die Heilwirkungen verschiedener Steine auf bestimmte Körperregionen.

Heilsteine Wirkung

Die Steinheilkunde heute ist geprägt davon, ihre Thesen wissenschaftlich beweisen zu müssen. Daher gab es schon viele Untersuchungen um die Wirkung der Steine, die bisher jedoch noch nicht einwandfrei belegt werden konnte. Dennoch steigt das Interesse an der Steinheilkunde stetig. Grund dafür ist der ganzheitliche Ansatz der Steinheilkunde, der geprägt ist von der Suche nach Ursachen von Krankheiten im seelischen und körperlichen Bereich, anders als bei der Schulmedizin, die Symptome bekämpft und einen Patienten häufig nicht mit allen seinen Faktoren betrachtet. Die Steinheilkunde geht zudem auf ein Wissen zurück, worin alle uns umgebende Objekte eine Wirkung auf uns ausüben können. Wie alle natürlich entstandenen Objekte, sind auch Steine Energieträger, die ihre Energie unter bestimmten Bedingungen an uns abgegeben können. Wie die Akupunktur, deren Wirkung man bis heute nicht erklären kann, die jedoch bereits von Schulmedizinern praktiziert wird, ist auch die Jahrtausende alte Steinheilkunde ein Wissensschatz, den es sich lohnt näher zu betrachten.

Die Steinheilkunde ist ein uraltes überliefertes Wissen, dass die Wirkung von Heilsteinen beschreibt. Dieses Wissen können wir noch heute anwenden und wird weiter erforscht, ob in der Ayurveda, der TCM oder nach Lehren des Mittelalters. Edelsteine können in vielfältiger Weise für die Heilung genutzt werden.